Überblick der Themenschwerpunkte

1. Ausbildung oder Studium - Was ist das Richtige für Sie?

2. Bachelor oder Masterstudium?

3. Unterschied zwischen Diplom und Master?

4. Berufsbegleitendes Studium oder Vollzeitstudium?

5. FH oder Uni?

6. Was bringt BAföG?

7. Checkliste zur Studienwahl

8. Studium an der Universität

9. Studium an der FH

10. Studium an einer privaten Hochschule/ Uni

11. Studieren im Ausland

12. Duales Studium in Deutschland

 

Ausbildung oder Studium - Was ist das Richtige für Sie?

Bereits vor dem Abitur stellt sich die Frage, wie es danach weitergehen soll. Viele Schüler wissen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, ob Sie ein Studium ergreifen oder eine Ausbildung absolvieren sollen. Andere hingegen haben präzise Vorstellungen und können es gar nicht abwarten, endlich nur noch das tun zu dürfen, was Sie am meisten interessiert und wo ihre Neigungen liegen. Aber diejenigen, die noch unsicher sind oder ggf. noch überhaupt keine Vorstellung haben, müssen abwägen, welchen Weg Sie gehen wollen. Dabei gibt es Argumente, die für die eine und solche, die für die andere Variante sprechen. Viele Schüler kommen erst nach dem Abistress, d.h. nach den schriftlichen Prüfungen, dazu, sich detailliert Gedanken zu machen. Man sollte sich die Entscheidung nicht leicht machen, hängt doch von ihr sehr vieles ab, letztlich der weitere berufliche Lebensweg: Allerdings ist zu beachten, dass auch nach Beendigung einer Berufsausbildung immer noch ein Studium an einer Universität im In- oder Ausland oder an einer Fachhochschule aufgenommen werden kann. Die Entscheidung muss auf die besonderen Fähigkeiten, Interessen und Neigungen Rücksicht nehmen, die beim Abiturienten vorhanden sind. Dabei ist es sinnvoll, wie auch in anderen Lebenssituationen, objektive Eckpunkte zu erarbeiten und einen Kriterienkatalog zu erstellen, bei dem jeder einzelne Gesichtspunkt geprüft und beurteilt werden muss. Diese Ecksteine sind individuell verschieden, und es können hier nur die wichtigsten, in den meisten Fällen maßgeblichen Aspekte angeführt werden. Möglicherweise kommen in dem einen oder anderen Fall noch weitere hinzu oder sind einige ohne Relevanz. Dies muss jeder Einzelne für sich – und zwar in aller Ruhe und ohne Zwang oder Hetze – beurteilen. Folgende Fragestellungen sind z.B. relevant:

Wie kann der „Traumberuf“ erreicht werden? Setzt der Beruf zwingend ein Studium voraus oder lediglich eine nichtuniversitäre Ausbildung? Haben Sie Freunde, Bekannte oder Verwandte, die in dem jeweiligen Beruf tätig sind? Wende Sie sich an Sie, frage Sie und finde heraus, welche Meinung und Erfahrung Sie gemacht haben. Reicht Ihr Notendurchschnitt aus, um das Studium oder die Ausbildung aufnehmen zu können? Gibt es objektive Zulassungsbeschränkungen in Form eines Numerus Clausus? Handelt es sich bei dem Beruf um ein Fach, das auch in der Schule unterrichtet wurde und wie sind Ihre Noten in diesem Fach? Reichen diese nicht: Gibt es eine Möglichkeit, trotzdem einen Ausbildungs- oder Studienplatz zu bekommen? Gibt es Wartelisten? Empfiehlt sich ein Studium im europäischen Ausland und wird das Studium dort bei der Entscheidung über die Zuteilung eines Studienplatzes später berücksichtigt?

Ein weiterer „hard fact“: Wie soll die Ausbildung oder das Studium finanziert werden? Gibt es ggf. Fördermöglichkeiten, Stipendien etc.? Wie sind die Chancen, an diese heranzukommen? Wie sieht es mit einer Wohnung aus? Bleiben Sie zuhause wohnen oder werden Sie in eine andere Stadt umziehen müssen? Wie wollen Sie das finanzieren? Müssen Sie ggf. während des Studiums oder in den Ferien einen Studentenjob ausüben? Und auch die Langzeitperspektive muss stimmen: Wie sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt? Welche Möglichkeiten haben Sie, wenn Sie die Ausbildung oder das Studium beendet haben? Wie sind Ihre Präferenzen, eher praktischer Art oder sin Sie eher ein theoretischer „Typ“? Müssen bei der Bewerbung Fristen eingehalten werden?

Egal, wie Sie sich entscheiden, Sie sollten auf jeden Fall die Vor- und Nachteile von Ausbildung und Studium sorgsam gegeneinander abwägen. Der Vorteil eines Studiums besteht sicherlich darin, dass Ihnen auf diese Weise die Möglichkeit einer wissenschaftlichen Karriere eröffnet wird. Sie werden später – nach dem Abschluss des Studiums – bessere Verdienstchancen haben; auch sind die Aufstiegschancen in Unternehmen und Verwaltungen günstiger. Nachteilhaft ist es dagegen, dass die Zeit bis dahin sehr lang werden kann. Sie müssen also mehr Geduld aufbringen, wenn Ihnen es vor allem auf den pekuniären Aspekt ankommt. Während dieser Zeitspanne sind Sie immer finanziell von anderen abhängig. Genau dies ist bei einer Berufsausbildung nicht der Fall: Sie verdienen relativ schnell Ihr eigenes Geld und sind nicht mehr von den Eltern oder anderen abhängig, sind also schneller Ihr eigener „Herr“. Die Berufsausbildung hat auch einen stärkeren Praxisbezug, sie ist weniger theoretisch konzipiert. Und das Studium bleibt Ihnen, Sie können es nach Beendigung der Berufsausbildung immer noch „dranhängen.“ Sind Sie sich nicht sicher, wie Sie sich entscheiden sollen, dann sollten Sie zunächst erst einmal ein Praktikum machen. Das dauert meist nur ein paar Wochen oder einige Monate. In dieser Zeit finden Sie heraus, was Sie wollen. Dadurch „schnuppern“ Sie auch in den jeweiligen Beruf hinein, und zwar, wie er später ausgeübt wird. Die Vorteile von Ausbildung und Studium werden am besten bei einem Dualen Studium kombiniert. Die Ausbildungsplätze sind aber rar und stark „umkämpft“, es bestehen lange Wartelisten.

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Bachelor oder Masterstudium?

Am Anfang des Studiums stellt sich die Frage, ob man sich für den Bachelortitel oder für einen Diplomstudiengang entscheiden soll. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Diplomstudiengänge teilweise heute nicht mehr angeboten werden. Sie laufen im Zuge des sog. Bologna-Prozesses weitestgehend aus und werden durch das zweistufige Bachelor-Master-System ersetzt.

In Baden-Württemberg durften seit der Gesetzesnovelle von 2005 neue Diplom- bzw. Magisterstudiengänge nicht mehr eingeführt werden, ab Beginn des Wintersemesters 2009/10 durften keine Studienanfänger in diesen Studiengängen mehr aufgenommen werden. In Bayern ist ab dem Wintersemester 2009/10 die Aufnahme des Studiums in Bachelorstudiengängen die Regel; lediglich bei Staatsprüfungen (z.B. Staatsexamina in Jura oder Medizin bzw. kirchlichen Prüfungen) verbleibt es bei dem bisherigen System. Auch in anderen Bundesländern bestehen vergleichbare Regelungen. In anderen Bundesländern hingegen werden Studiengänge mit Diplom- und anderen Abschlüssen unter bestimmten Voraussetzungen oder in begründeten Ausnahmefällen aufrechterhalten, ohne dass eine zeitliche Befristung vorgesehen ist.

Teilweise können auch Diplomstudiengänge zum Dipl.-Ing oder zum Diplomkaufmann bzw. zur Diplomkauffrau weiterhin absolviert werden. Da im Bereich des Hochschulrechts den Ländern die Gesetzgebungskompetenz zusteht, variiert die Rechtslage von Bundesland zu Bundesland. Demgemäß ist es notwendig, sich zunächst nach den rechtlichen Rahmenbedingungen im jeweiligen Land zu erkundigen bzw. diese in Erfahrung zu bringen.

Bevor die Frage gestellt wird, ob ein Bachelor- oder ein Diplomstudiengang gewählt werden soll, muss man sich vergegenwärtigen, ob und inwieweit der jeweilige Abschluss auf dem Arbeitsmarkt anerkannt wird. Dabei besteht der Vorteil der bisherigen Studiengänge darin, dass sie über eine langjährige Tradition verfügen und allseits bei den Unternehmen und in der Bevölkerung anerkannt sind. Vor allem in technischen Fächern genießen sie einen ausgezeichneten Ruf. Allerdings wurde auch bei Diplomingenieuren mittlerweile die Umstellung auf den Bologna-Prozess vollzogen. Fast alle Fachhochschulen und die meisten Universitäten haben ihre Ingenieurstudiengänge auf den Abschluss Bachelor oder Master umgestellt. Die Abschlüsse lauten nunmehr „Bachelor of Engineering (B Eng.)“ oder „Bachelor of Science (B. Sc.)“ bzw. „Master of Engineering (M. Sc.)“. Damit ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Bildungsnivellierung bzw.- verflachung, zur Uniformierung, zur Unterordnung unter US-amerikanische Ausbildungstraditionen und letztlich zur Abschaffung der deutschen Sprache und der eigenen kulturellen Identität getan! Lediglich an der Technischen Universität München kann noch der Titel Dipl.-Ing. (TUM) erworben werden.

Abgesehen von diesen allgemeinen Erwägungen kann sich der Einzelne gegen diesen Zwang zur Uniformierung nicht wehren. Dabei ist zumindest positiv festzustellen, dass mittlerweile der Bachelortitel – dieser ist nicht mit dem bisherigen Diplom vergleichbar – in der Bevölkerung und in Unternehmerkreisen auf Akzeptanz stößt. Absolventen der neuen Studiengänge haben daher so gut wie keine Nachteile mehr gegenüber Absolventen der tradierten Studiengänge. Auch gehaltsmäßig lassen sich keine Unterschiede mehr ausmachen.

Die anfänglichen Probleme bei Bachelorstudiengängen sind wohl überwunden. Die Mehrzahl der Studenten absolviert ihr Studium in der vorgegebenen Regelstudienzeit von drei Jahren. Anders als das Zwischendiplom ist der Bachelor ein offizieller Universitätsabschluss. Jedoch kann nur der Mastertitel mit dem bisherigen Diplomtitel verglichen werden. Allerdings ist davon auszugehen, dass sich zukünftig die Wahl zwischen Bachelor und Diplom nicht mehr stellen wird. Ein Vorteil hat das Bachelorstudium: Man kann während und nach dem Studium auch im Ausland studieren, zumal der Bachelor international anerkannt ist.

Allerdings ist zu beachten, dass die Zahl der Studienabbrecher in Bachelorstudiengängen relativ hoch ist, im Vergleich zu den traditionellen Studiengängen. Vor allem in den Ingenieurwissenschaften ist die Abbrecherquote wesentlich höher als bisher. Die Umstellung der ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge von Diplom- zum Bachelor-Abschluss ist oftmals mit einer erheblichen zeitlichen Straffung verbunden. Demnach muss der gleiche Stoffumfang in kürzerer Zeit bewältigt werden. Bei Bachelorstudiengängen in Sozial-, Sprach- und Kulturwissenschaften, in Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften sind ebenfalls sehr hohe Abbrecherquoten zu verzeichnen. Dies hängt damit zusammen, dass zwar der Studienaufbau aus England und aus den USA übernommen wurde, nicht aber das dort bestehende Tutorensystem. Demnach ist die individuelle Betreuung nicht gleichermaßen intensiv!

Die meisten Studenten stehen dem neuen System kritisch gegenüber. Die meisten streben den Masterabschluss an und beklagen einen unzureichenden Praxisbezug.

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Unterschied zwischen Diplom und Master?

Das Masterstudium dauert in der Regel zwei bis vier Semester und stellt sich als Ergänzung eines bereits absolvierten Grundstudiums dar. Sein Ziel ist entweder die Vertiefung bereits erworbener Kenntnisse oder aber das Erlernen neuer Wissensgebiete. Häufig muss am Ende des Studiums eine Masterarbeit verfasst werden. Dabei sind die Voraussetzungen, die Dauer, die Ausrichtung des Studiums von Bundesland zu Bundesland verschieden. Zurückzuführen ist die Einführung von Master- und Bachelorstudiengängen auf den sog. Bologna-Prozess; ebenso die Einführung englischer Bezeichnungen.

Der akademische Grad eines Masters wird von Universitäten, ihnen gleichgestellten Hochschulen, Fachhochschulen sowie Kunst- und Musikhochschulen verliehen. Die bisherigen Abschlüsse, die eine einstufige Ausbildung erfordern, wie z.B. Diplome und Magister, entsprechen dem Masterabschluss: Insofern hätte es vollkommen ausgereicht, die bisherigen Bezeichnungen beizubehalten. Einer Verwendung englischer Begriffe hätte es nicht bedurft. Durch den Master werden dieselben Berechtigungen und Befugnisse verliehen wie durch die bisherigen Diplom- und Magisterabschlüsse der Universitäten. Der Masterstudiengang soll ein hohes fachliches und wissenschaftliches Niveau gewährleisten. Dieses muss mindestens dem der traditionellen Diplomabschlüsse entsprechen. Der Masterstudiengang soll die Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit und Methodik vermitteln. Der Abschluss berechtigt zur Promotion. Die Abschlussprüfung besteht aus einer Masterarbeit und einer mündlichen Prüfung, was der Diplomarbeit und der Diplomprüfung entspricht. Es wird zwischen konsekutiven und weiterbildenden Masterstudiengängen differenziert.

Der konsekutive Studiengang baut auf einem Bachelorstudiengang auf. Er stellt sich als dessen Erweiterung und Vertiefung dar.
Weiterbildende Studiengänge setzen einen qualifizierten Hochschulabschluss und eine qualifizierte berufspraktische Erfahrung von meist nicht unter einem Jahr voraus; hierbei werden die praktischen Erfahrungen berücksichtigt.

Zusammenfassend kann gesagt werden: Der Masterabschluss entspricht im Wesentlichen dem Diplomabschluss.

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Berufsbegleitendes Studium oder Vollzeitstudium?

Die nachfolgenden Ausführungen können Schulabgänger getrost überspringen. Sie betreffen sie nicht. Denn sie setzen voraus, dass der betreffende Student bereits einen Beruf ausübt. Und hiervon kann ja bei der überwiegenden Mehrzahl der Schulabgänger nicht die Rede sein. Ja, ein Studium neben dem Beruf aufzunehmen, und auch durchzuführen, erfordert einen großen Idealismus, viel Verzicht auf den Umgang mit den Liebsten, mit der eigenen Familie, dem eigenen Partner, und vor allem ein hohes Maß an Belastungsfähigkeit und Ausdauer. Es kann nämlich sein, dass die Ausbildung wesentlich länger braucht wie sonst bei „normalen“ Studenten. Mehrheitlich sind es auch eher ältere Personen, die sich der „Tortur“ eines berufsbegleitenden Studiums unterziehen.

Diese Form des Studiums findet in Deutschland – trotzt der damit verbundenen Mühen - immer mehr Anhänger und immer größere Verbreitung. Das berufsbegleitende Studium ist vor allem für Personen geeignet, die bereits voll im Berufsleben stehen und sich zusätzlich, neben dem Beruf, weiterbilden wollen. Aber auch immer mehr Berufsanfänger unterziehen sich dieser besonderen Herausforderung und wählen diese Form der Ausbildung. Inzwischen hat sich für diese Art der Ausbildung die Bezeichnung Duales Studium etabliert. Konkret läuft ein Duales Studium so ab, dass der Betreffende sich neben dem Beruf an einer Universität, einer Fachhochschule oder einer Privaten Hochschule, von denen es in Deutschland inzwischen viele gibt, einschreibt. Dabei gibt es verschiedene Formen des Dualen Studiums. Es können Lehrgänge besucht werden, bei denen Anwesenheitspflicht besteht; vorzugsweise abends oder am Wochenende erfolgt die Teilnahme an Vorlesungen und an Seminaren. Denkbar sind auch Blockseminare, die dann vor allem im Urlaub oder bei anderen Gelegenheiten besucht werden. Möglich ist auch ein Fernstudium, bei dem sich der Student den Lernstoff zuhause aneignet und bei dem nur bei wenigen besonderen Veranstaltungen Anwesenheitspflicht besteht, der Betreffende also in der Lehreinrichtung persönlich erscheinen muss.

Die Vorteile des Dualen Studiums bestehen vor allem darin, dass der Betreffende finanziell unabhängig ist, also weiterhin während des Studiums Geld verdient, was bei einem Vollzeitstudium in der Regel nicht der Fall ist. Auch kann der Lebensstandard meist aufrechterhalten werden. Zudem geht der so wichtige Bezug zwischen Theorie und Praxis nicht verloren, und schließlich übernehmen Arbeitgeber, sofern das Studium eine berufliche Zusatzqualifikation vermittelt, oftmals die anfallenden Kosten oder beteiligen sich zumindest an ihnen.

Die Nachteile wurden bereits genannt. Sie bestehen in erster Linie darin, dass so gut wie keine Freizeit mehr möglich ist und dies für alle Beteiligten, vor allem die Familie, eine große Doppelbelastung darstellt. Dies erfordert eine straffes Zeitmanagement und eine gute organisierte Durchplanung des Alltags.

Bei einem Vollzeitstudium befasst sich der Student ausschließlich mit seinem Studium und übt nicht noch gleichzeitig eine Berufstätigkeit aus. Im Vergleich zum Dualen Studium besteht der Vorteil darin, dass die Möglichkeit zu persönlicher und beruflicher Entwicklung gegeben ist. Der Student hat die Chance verschiedene Arbeitsbereiche auszuprobieren und vor allem hat er wesentlich mehr Freizeit, der Stundenplan kann individuell gestaltet werden, und es ist möglich, eigene Schwerpunkte zu setzen. Außerdem steht die wissenschaftliche Ausrichtung der Ausbildung und nicht nur die Frage nach der Verwertbarkeit der erlernten Kenntnisse im Berufsleben im Vordergrund. Und auch ein Auslandsaufenthalt ist während eines regulären Studiums leichter zu verwirklichen.

Die Nachteile des Vollzeitstudiums ergeben sich dem direkten Vergleich mit dem berufsbegleitenden Studium: Es fehlt die finanzielle Unabhängigkeit. Es ist bekannt, dass viele Studenten auf Zusatzjobs und Nebentätigkeiten angewiesen sind, um finanziell über die Runden zu kommen. Praktische Erfahrung wird an Universitäten nur selten vermittelt. Es bedarf daher zusätzlicher Anstrengungen, um auch einen Praxisbezug zu bekommen.

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FH oder Uni?

Die Entscheidung für die Fachhochschule oder die Universität hängt davon ab, ob Sie eher praktisch veranlagt sind und möglichst rasch in der Praxis arbeiten wollen oder ob Sie eher theoretische Neigungen und Fähigkeiten haben und es Ihnen auf eine auch wissenschaftlich fundierte Ausbildung ankommt. Generell lässt sich der Unterscheid somit wie folgt auf den Punkt bringen: An Unis wird mehr geforscht, Fachhochschulen dagegen sind praxisnäher. Dieser Unterschied wird zwar zunehmend geringer, dennoch bleibt er für Studienanfänger bei ihrer Entscheidung für die eine oder die andere Hochschulform wichtig.

Früher war es so, dass sich der Zusatz „FH“ nach dem „Dipl.-Ing“ für das weitere berufliche Fortkommen als nachteilhaft erwies. Denn Uniabsolventen galten allgemein als schlauer, weil sie in theoretischer Hinsicht besser geschult waren, während Absolventen von Fachhochschulen als rein anwendungsorientere Praktiker galten. Dies hat sich durch den sog. Bologna-Prozess geändert. Die Grenzen zwischen beiden Hochschulformen beginnen sich zu verwischen, zumal an Universitäten Praxissemester immer häufiger Teil des Lehrangebots sind; andererseits wird an FHs zunehmend mehr geforscht.

Unabhängig davon wollen sich Fachhochschulen auch weiterhin primär über die anwendungsorientierte Ausbildung profilieren. An den Universitäten wird nach wie vor mehr geforscht und weniger unterrichtet. Die Ausbildung an Fachhochschulen zeichnet sich durch klare Strukturen und konkrete Berufsziele aus. Für Studienanfänger ist es somit eine Frage des persönlichen Lernstils. Kann ich mir meine Zeit gut selbst einteilen? Hilft mir ein obligatorischer Stundenplan? Vertiefe ich mich gerne in Büchern und studiere auch mal gerne für den Selbstzweck?

Die Fachhochschulen legen die Stundenpläne fest, wie in der Schule. An Universitäten dagegen haben Studenten mehr Freiraum bei der Fächerwahl. Dies hat natürlich seine Vorteile, kann aber auch neben allen Freiheiten und der Möglichkeit, auch in verschiedene Themenbereiche und Fachgebiete „hineinzuriechen“, u.U. zu großen Problemen führen. Für viele Studenten ist dies schlicht eine Überforderung.

An den Universitäten ist angesichts der heutigen Verhältnisse auch immer weniger von der vielbeschworenen akademischen Freiheit zu spüren. Spätestens seit der Einführung des sog. Bologna-Prozesses ist auch das Studium an der Uni zunehmend verschult und immer mehr einseitig an ökonomischen Aspekten orientiert. Für den Uni-Bachelor braucht man meist sechs Semester und ist damit schneller „fertig“als FH-Absolventen. Dort dauert der vergleichbare Studiengang sieben bis acht Semester. Studiengänge an der Fachhochschule zielen stärker auf einen Beruf ab. Dies gilt z.B. für Studiengänge wie „Nautik und Seeverkehr“ an der Hochschule Bremen oder „Pflegemanagement“ an der HS Fulda.

Wer also schon früh weiß, wo es hingehen soll, kann sich den passenden Studiengang an einer FH aussuchen. Wer sich mehrere Berufsfelder offen lassen will, sollte sich für die Universität entscheiden, konkret: Statt „Internationales Management mit Arabisch“ sollter er eher ein Studium der Betreibswirtschaftslehre an einer Universität wählen.

Wer jetzt einen Abschluss macht, hat hervorragende Jobchancen, egal ob er von der FH oder der Uni kommt. Wegen des zunehmenden Fachkräftemangels und der Überalterung der Bevölkerung suchen Unternehmen verstärkt nach gutausgebildeten Akademikern. Demnach wird bei Unternehmen immer weniger auf die Unterschiedung zwischen FH und Uni geachtet. Lediglich die obersten Führungspositionen in brösennotierten Unternehmen bleiben offensichtlich nach wie vor Personen mit Universitätsabschluss vorbehalten. Auch die Vergütungen nähern sich immer weiter aneinander an.

Zu den Topverdienern gehören vor allem Absolventen der klassischen Universitätsstudiengänge, z.B. Mathematik, Rechtswissenschaften, Biologie, Chemie, Physik und Medizin. Andere Studien komemn zu dem Ergebnis, dass Uniabsolventen nach wie vor teilweise bevorzugt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist das Duale Studium. Diese Studienform wird von Fachhochschulen und von Universitäten angeboten. Sie ist vor allem für Personen geeignet, die bereits berufstätig sind.

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Was bringt BAföG?

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) enthält Regelungen über die staatliche Unterstützung der Ausbildung von Schülern und Studenten. Daneben gibt es noch das sog. Meister-BAföG, das der beruflichen Förderung von Handwerkern und anderer Fachkräfte dient. Dies hat mit dem hier zu erörternden BAföG nichts zu tun. Durch das BAföG soll die Chancengleichheit im Bildungswesen erhöht und einkommensschwächere Schichten unterstützt werden. Während früher staatliche Leistungen nicht zurückgezahlt werden mussten, wurde das BAföG zwischenzeitlilch nur noch als Kredit gewährt, der zu einem späteren Zeitpunkt, nach Aufnahme der Berufstätigkeit, in Raten abbezahlt werden musste. Inzwischen wurden viele Reformen durchgeführt, und es besteht ein kompliziertes System von Rückzahlungsvoraussetzungen. Es ist daher auf jeden Fall sinnvoll, sich vor der Aufnahme des Studiums bzw. der Ausbildung ausführlich beraten zu lassen.

BAföG kann nur gewährt werden, wenn die Leistungen des Studenten oder Auszubildenden es erwarten lassen, dass das angestrebte Ausbildungsziel erreicht wird. Ab dem fünften Semester einer Hochschulausbildung erfolgt die Förderung nur noch, wenn der Betroffene zeitgerecht den normalen geforderten Leistungsstand des vierten Semesters erreicht hat. Dabei bestehen Ausnahmeregelungen für den Fall der Krankheit, der Behinderung, der Kinderbetreuung etc. Die BAföG-Leistungen erfolgen auf der Basis von pauschalen Bedarfsbeträgen, auf die das eigene Einkommen und das Vermögen des Studenten sowie das Einkommen seines Ehegatten und der Eltern angerechnet werden.

BAföG wird grundsätzlich für die gesamte Dauer der Ausbildung geleistet, bei Studiengängen allerdings nur bis zum Ende der Förderungshöchstdauer, die der Regelstudienzeit des betreffenden Studiengangs entspricht. Unter engen Voraussetzungen muss eine Ausbildung auch über die Förderungshöchstdauer hinaus gefördert werden. Schüler und Auszubildende erhalten die BAföG-Leistung als nicht zurückzuzahlenden Zuschuss.

Studenten müssen demgegenüber nach der derzeitigen Rechtslage die Hälfte der erhaltenen Leistungen als Darlehen zurückzahlen, die andere Hälfte erhalten sie als nichtrückzahlbaren Zuschuss. Die Darlehenszinsen sind günstig ausgestaltet.

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Checkliste zur Studienwahl

Steht erst einmal fest, dass ein Studium aufgenommen werden soll, ist es häufig so, dass der Abiturient schwankt, für welche Ausbildung sich entscheiden soll.

Es gibt eine Vielzahl von Studiengängen, die gewählt werden können. Die Studienwahl stellt für viele junge Leute, die die Hochschulreife erworben haben, eine besondere Herausforderung dar. Immerhin handelt es sich um einen wichtigen Schritt in der persönlichen Lebensplanung. In der Regel wird die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Ausbildung für das gesamte spätere Leben Auswirkungen haben. Denn nur wenige entschließen sich dazu, zu einem späteren Zeitpunkt nochmals, während der Zeit der Berufstätigkeit oder ggf. erst danach, zu studieren.

Demgemäß muss die Wahl der Ausbildung gut überlegt sein Dabei sollen die nachfolgenden Ausführungen Orientierungspunkte sein zur richtigen Studienwahl. Der Fragekatalog soll bei der Entscheidung helfen, und zwar bei der Wahl des richtigen Studiengangs und bei Wahl der geeigneten Hochschule.

Die nachfolgenden Fragen dienen als Orientierungspunkte. Sie sind nicht abschließend, sie enthalten nur ein Grobraster. Es kann durchaus sein, dass in Ihrem besonderen Fall weitere Gesichtspunkte hinzukommen, die hier nicht erwähnt sind. Die Fragen sind daher nicht in jedem Fall abschließend.

Fragen zum Fachgebiet

Wo liegen Ihre Hauptinteressen?
Woran haben Sie Spaß?
Wofür können Sie sich engagieren?
Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Was sind Ihre wesentlichen Fähigkeiten und Stärken, was waren Ihre Schwächen in der Schule?
Wie sehen Ihre persönlichen Ziele aus? Legen Sie eher Wert auf Geld und Karriere oder mehr auf ein ausgefülltes Privatleben?
Was für eine Vorstellung haben Sie von Ihrem späten Beruf? Was sind Ihre beruflichen Ziele?

Fragen zum Ausbildungsort

Befinden sich an Ihrem Wohnort eine Universität oder Hochschule?
Wenn nicht: Sind Sie von zuhause auszuziehen und in eine andere Stadt umzuziehen, auch auf die Gefahr hin, dass Sie vielleicht Freunde verlieren?
Welche Abschlüsse können Sie an der von Ihnen ins Auge gefassten Hochschule erlangen?
Gibt es Zulassungsbeschränkungen objektiver Art (z.B. Numerus Clausus)? Erfüllen Sie auch die subjektiven Zulassungsvoraussetzungen (Noten, Spezialkenntnisse)? Sind ggf. Eignungstests erforderlich?
Wie, wo und wann kann man sich bei der Hochschule bewerben?
Hat die Hochschule einen hervorragenden, guten oder eher schlechteren Ruf? Hat der von Ihnen gewählte Fachbereich einen besonderen Ruf? Gibt es dort Ausbilder bzw. Professoren, die Koryphäen auf ihrem Gebiet sind?  Sind sie ggf. international bekannt?
Bestehen an der Hochschule Möglichkeiten einer weitergehenden Spezialisierung? Gibt es ggf. Aufbaustudiengänge?
Muss ein Studienanfänger über bestimmte Vorkenntnisse verfügen? Ist dies bei Ihnen der Fall? Müssen Sie ggf. vorab noch Spezialkenntnisse erwerben, ggf. Praktika absolvieren? Werden Vorbereitungskurse für das Studienfach angeboten?

Wollen Sie sich ausführlicher beraten lassen? Dann wenden Sie sich bitte an die Beratungsstellen der jeweiligen Hochschule. Im Normalfall existiert eine Studienberatung an jeder Hochschule Die zuständigen Mitarbeiter können noch detailliertere Auskunft geben, und zwar speziell in Bezug auf die Besonderheiten des jeweiligen Studienortes und die speziellen Bedingungen, die Fächerkombinationen, die Mietmarktsituation für Studenten, Beihilfen, Unterstützungsangebote und Freizeit- und Sportangebote sowie die Studienangebote, Zulassungsvoraussetzungen und -beschränkungen.

Ist die Entscheidung für ein bestimmtes Fach bereits gefallen, bestehen aber noch weitere Fragen? Die Beratungsstelle kann Ihnen in einem solchen Falle auch den Kontakt zur jeweiligen Fakultät vermitteln. Dort geht es dann ans „Eingemachte“, d.h. ausschließlich um Fragen zum gewählten Fachbereich, zu Professoren, Studienmaterialien, Vorlesungen, Seminaren und weiteren Fragen.

Selbstverständlich können Sie sich an Ort und Stelle erkundigen. Dies ist vielleicht besser, weil Sie dadurch einen Eindruck von der Atmosphäre an Ihrer Hochschule bekommen. Die meisten Hochschulen sind aber auch per e-Mail erreichbar; zudem existieren Websites, auf denen weitere Fragen beantwortet bzw. Informationsadressen angegeben werden. Gute Übersichten über die jeweiligen Studienrichtungen sind im Internet abrufbar. Darüber hinaus bieten Bewertungsportale wie z.B. Studycheck.de Erfahrungsberichte von Studenten und Absolventen. Auch diese sollten Sie berücksichtigen beider Wahl des Studienortes.

Welche Chancen haben Sie mit dem Studium auf dem Arbeitsmarkt?

Diese Frage kann generell dahingehend beantwortet werden, dass sich ein Studium, egal was Sie später daraus machen, auf jeden Fall lohnt. Dies hängt damit zusammen, dass die Anforderungen in der Arbeitswelt immer weiter ansteigen mit der Folge, dass immer mehr akademisches Know-how gefragt ist. Auch das Postulat des „Lebenslangen Lernens„ („Lifelong Learning“) spielt insoweit eine Rolle.

In der modernen Wissensgesellschaft ist permanente Weiter- und Fortbildung gefragt. Hat man ein wissenschaftliches Studium absolviert, dann verfügt man über einen Fundus an Basistechniken und Methoden, mit deren Hilfe man in der Lage sein wirst, auch anspruchsvollere Fragen einer Klärung zuzuführen und sich intensiv methodisch in eine Spezialthematik einzuarbeiten. Hochqualifizierte Akademiker werden stets auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt. Dies hat zur Folge, dass die Zahl der arbeitslosen Akademiker zunehmend sinkt.

Welche Chancen Sie auf dem Arbeitsmarkt haben, sollten Sie bei der Studienwahl mitberücksichtigen. Aber dennoch sollten Ihre Neigungen nicht vollkommen außer Acht gelassen werden. Es wäre daher verfehlt, sich für ein Medizinstudium zu entscheiden, weil gerade Ärzte gesucht werden, wenn man kein Blut sehen kann. Ebenso wenig wäre es sinnvoll, sich für ein Musikstudium zu entscheiden, wenn man vollkommen unmusikalisch ist.

Wie die Chancen auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich aussehen, ist nicht immer einfach zu sagen. Denn oft ändert sich die Situation im Verlaufe des Studiums, d.h. sind die Aussichten zu Beginn negativ, kann sich die Lage aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse vollkommen ändern und die Lage wird positiv; dies gilt natürlich auch für den umgekehrten Fall.

Die folgenden Fragen können Ihnen bei Ihrer Analyse helfen:

Welche Berufe können Sie nach Abschluss des Studiums ergreifen? Wie groß ist die Anzahl der Berufe, die Sie mit dem Abschluss ergreifen können?
Wie sind die Aufstiegschancen in der Industrie, in Behörden, öffentlichen Einrichtungen oder in Unternehmen?
Liegen die finanziellen und sonstigen Voraussetzungen vor, um sich ggf. selbständig zu machen?
Über welches Ansehen verfügt der Beruf in der Gesellschaft?
Wie war die Arbeitsmarktsituation bisher? Wie sind sie momentan und wie sind die Zukunftsprognosen?
Wie groß ist die Konkurrenz im Beruf? Ist die Branche krisenanfällig?

Alle diese Gesichtspunkte können über die Arbeitsagentur abgeklärt werden. Natürlich auch durch Eigenrecherche oder durch Gespräche mit Berufsanfängern und Absolventen.. Hat sich der Arbeitsmarkt nach Erlangung des Bachelors geändert, massiv verändert, kann ein Masterstudium absolviert werden, und zwar in einem anderen Bereich.

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Studium an der Universität

In Deutschland gibt es seit jeher eine Vielzahl von Universitäten, die auf eine lange Geschichte und eine teilweise glänzende Tradition zurückblicken können. So erlangte die deutsche Universitätsausbildung vor allem im 19. Jahrhundert Weltruf und deutsche Forscher, Geistes- und Naturwissenschaftler waren auf allen Gebieten führend. Dabei zeichnete sich die Universitätsausbildung vor allem durch die akademische Freiheit aus: Nach einem strengen Ausleseprozess in den Gymnasien hatten Studenten die Möglichkeit, zunächst ein „Studium generale“ zu absolvieren, also in den Anfangssemestern Vorlesungen in allen möglichen Fachrichtungen zu hören. Es bestand damals noch die Chance, sich ohne weitere Probleme in den ersten Semestern umzuorientieren. Im Vordergrund stand damals die Bildung des gesamten Menschen im Sinne des Humboldt´schen Humanitätsideals, anders als in der heutigen Zeit, in der es nur um die Ausbildung zu einem bestimmten Beruf geht, also um die Aneignung möglichst vieler spezifischer Fachkenntnisse, um später im Arbeitsleben bestehen und von Arbeitgebern ausgebeutet werden zu können. Auch war die Universität weit entfernt von der Ökonomisierung der Jetztzeit, in der ausschließlich Profitstreben und Verwertbarkeit der Kenntnisse auf dem Arbeitsmarkt nach US-amerikanischem Vorbild das Allerwichtigste zu sein scheinen!

Die erste deutschsprachige Universität war die Karls-Universität in Prag, die 1348 gegründet wurde. Die erste Universität in Deutschland war die Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg, die 1386 gegründet wurde. Angesichts der heutigen Massenuniversitäten sind die Möglichkeiten, wie sie in früheren Zeiten bestanden, naturgemäß eingeschränkt. Demnach muss die Entscheidung für eine bestimmte Richtung bereits frühzeitig fallen, ein späterer Wechsel ist oftmals schwierig. An den Universitäten gibt es die verschiedensten Fachrichtungen. Hinzukommt noch die Größe der Universitäten und die großen Studentenzahlen, was dazu führt, dass viele Studenten über Anonymität und die unpersönliche Atmosphäre klagen. Bilder von überfüllten Hörsälen, ein Sinnbild verfehlter Bildungspolitik, sind bekannt. Andererseits ist das soziale Leben an den Universitäten, auch und gerade wegen der vielen ausländischen Studenten, außerordentlich rege und bunt. Zudem existiert meist ein umfangreiches Sportangebot.

Anders als Fachhochschulen sind Universitäten nicht nur der Lehre, also der Weitergabe von Wissen, sondern auch der Forschung verpflichtet. Demnach ist die Universität auch der Ort, an dem nach neuen Erkenntnissen gesucht wird, an dem nach ihnen gestrebt werden. Sind Sie also jemand, der sich um die Weiterentwicklung Deiner Fachrichtung bemühen will, sidn Sie, etwa in einem naturwissenschaftlichen Fach, an neuartigem Wissen interessiert, wird die Universität vielleicht der Platz sein, an dem Sie ggf. Ihre Träume verwirklichen können. Die hohe Qualität deutscher Forschungseinrichtungen wird erkennbar, wenn man bedenkt, dass jedes Jahr deutsche Universitäten mehrere tausend neue Patente anmelden.

Im Vordergrund der Ausbildung an den Universitäten steht die Aneignung von methodischem und theoretischem Wissen, während der Praxisbezug oft von geringerer Bedeutung ist. An den Universitäten sollen wissenschaftlichen Standards entsprechende Methoden eingeübt werden. Darüber hinaus steht den Universitäten das Promotionsrecht zu. Sie sind daher berechtigt, Doktortitel zu vergeben. Dazu bedarf es einer Dissertation, in der eine bestimmte Fragestellung untersucht wird und bei der ein Forschungs- und Erkenntnisinteresse bestehen muss. Die Dissertation muss einen Beitrag zur Fortentwicklung der Wissenschaft bieten.

Durch den sog. Bologna-Prozess haben sich die Studienbedingungen an den Universitäten zum Teil massiv geändert. Der sog. Bologna-Prozess soll eine Vereinheitlichung der Studiengänge und Studienabschlüsse in der Europäischen Union bewirken. Dabei dienten Vorstellungen aus dem angloamerikanischen Bereich als Vorbild. Demnach wurden Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt. Ob sich dadurch allerdings das Niveau der Ausbildung verbessert hat, erscheint mehr als fraglich. Vor allem hat eine starke Verschulung der Studiengänge eingesetzt. Die Ausbildung orientiert sich einseitig an den Interessen des Arbeitsmarktes, der Unternehmen und an Interessen der Industrie. Die Universität wird damit zur Zuchtstätte des akademischen Nachwuchses der Unternehmen. Daran können Sie als Einzelner aber nichts ändern, Sie müssen die Situation so nehmen, wie sie ist. Von Seiten der Universitäten gibt es nach wie vor erheblichen Widerstand gegen die Umgestaltung der Studiengänge und die Einführung des Bachelor- und Mastersystems. In der Medizin und im Bereich der Rechtswissenschaft ist es bei dem bewährten System der Staatsexamina geblieben, bei Ingenieuren wird die Wiedereinführung dees Diploms diskutiert. Dies hängt damit zusammen, dass in allen diesen Bereichen dem Staatsexamen und dem Titel des Dipl.-Ing. ein hoher Stellenwert zukommt. Diese Abschlüsse verfügen über ein hohes Renommee und ihnen wird auch in der Bevölkerung hoher Respekt entgegen gebracht. Es bleibt zu hoffen, dass die Tendenz der europaweiten Uniformierung nach US-amerikanischem Muster alsbald gebrochen wird.

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Studium an der FH

Der Unterschied zu einem Unistudium besteht darin, dass bei der FH ein größerer Praxisbezug besteht, das Studium (noch) stärker durchorganisiert, also verschult ist, die Studiengänge kleiner sind und dass der Besuch einer FH ein Abitur nicht voraussetzt.

Die Geschichte der deutschen Fachhochschulen geht in die 1960er Jahre zurück. Es können drei Phasen unterschieden werden, die konzeptionelle Phase bis 1969, die Ausbauphase bis 1999 und die Phase ab dem Jahre 2000. Zurückzuführen ist die Einrichtung von Fachhochschulen auf die in den 1960er Jahren geführte Diskussion über die deutsche „Bildungskatastrophe“. Ziel war es, eine praxisorientierte, weniger theoretisch ausgerichtet Ausbildung anzubieten. Demnach ist das Studium an einer Fachhochschule steht realitätsnaher. Eine Sonderform ist das Duale Studium. Fachhochschulen haben kein Promotionsrecht, der Frauenanteil beläuft sich (bisher) lediglich auf 30 %. An Fachhochschulen können nur bestimmte Fächer studiert werden. Nachdem es sich zunächst nur um technische Fächer handelte, kann man heutzutage fast alle Studiengänge an einer FH studieren, die auch an einer Universität angeboten werden. Allerdings sind dies nach wie vor primär ingenieurwissenschaftliche Fächer. Darüber hinaus können folgende Fächer an der FH studiert werden:

Agrar- und Forstwissenschaften,
Informatik und Mathematik,
Kunst, Musik und Gestaltung,
Medien und Kommunikation,
Medizin und Gesundheitswesen,
Naturwissenschaften,
Technik und Ingenieurwesen sowie
Wirtschaft und Recht.

Geistes- und sprachwissenschaftliche Fächer bleiben weiterhin den Universitäten vorbehalten. Das Studium an der FH zeichnet sich durch die o.a. vier Punkte aus. Diese werden wie folgt erläutert:

Anwendungsorientierte Lehre: Das Studium an der Fachhochschule ist durch einen starken Praxisbezug gekennzeichnet. Lehre und Forschung werden nur insoweit betrieben, als dies für die praktische Berufsausübung erforderlich ist. Demnach müssen an der FH wiederholt mehrwöchige Praktika, Projektphasen und oft auch Praktikumssemester absolviert werden. Dies führt dazu, dass eine enge Verzahnung zwischen Fachhochschulen und Unternehmen besteht. Es bestehen enge Kontakte zwischen der FH und den Unternehmen. Dies erleichtert auch die Suche nach einem Praktikumsplatz. Das Studium an der FH ist wegen der Praxisbetontheit meist länger als an einer Universität (ca. zwei Zusatzsemester).

Straffe Organisation: Der Stundenplan ist bei einem Studium an der Fachhochschule meist in stärkerem Maße vorgegeben als bei einem Universitätsstudium. Die Wahlmöglichkeiten sind geringer. Die Stundenpläne sind straff, das Studium ist meist besser organisiert.

Kleine Studiengänge: Die Zahl der Studenten ist geringer als an den Universitäten. Demnach sind auch in den Lehrveranstaltungen weniger Studenten anzutreffen, die Seminare und Lerngruppen sind kleiner, die Betreuung ist intensiver.
Studium ohne Abitur: Das Abitur ist nicht erforderlich, lediglich die Fachhochschulreife. Diese erwirbt man nach Abschluss der 12. Klasse und einem einjährigen Berufspraktikum oder einer Berufsausbildung.

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Studium an einer privaten Hochschule/ Uni

Private Hochschulen sind Hochschulen in privater Trägerschaft, die akademische Grade vergeben können. Es handelt sich um Privatuniversitäten, Fachhochschulen und Kunst- und Musikhochschulen. In Deutschland gibt es 96 staatlich anerkannte private Hochschulen, die teilweise als private Universitäten und ihnen gleichgestellte Hochschule, Fachhochschulen ohne Promotionsrecht und private Kunst- und Musikhochschule fungieren. Überwiegend können an ihnen lediglich geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer studiert werden. An privtaen Hochschulen studieren ca. 6 % aller Studenten in Deutschland. Ein Studium an privaten Hochschulen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Die Berufschancen sind besonders gut. Kennzeichnend sind die individuelle Betreuung, die moderne Ausstattung, die relativ niedrige Zahl der Studienabbrecher und die engen Beziehungen zur Wirtschaft. Nachteilhaft sind auf der anderen Seite die relativ hohen Studiengebühren. Für ein Studium an einer privaten Hochschule bzw. Uni sprechen mehrere Aspekte:

Zulassungsverfahren: Über die Aufnahme entscheidet nicht nur die Abiturnote, sondern auch das Ergebnis eines komplizierten Bewerhungsverfahrens mit Eignungstests etc. Demnach haben auch Bewerber eine Chance, die an einer staatlichen Hochschule möglicherweise chancenlos wären.

Praxisbezug und Kontakt zur Wirtschaft: Die Ausbildung ist stärker praxisbezogen, also weniger theoretisch. Darüber hinaus bestehen enge Verbindungen zu Industrieunternehmen und zu Führungsspitzen der Wirtschaft. Viele Dozenten kommen aus der Praxis. Dadurch können bereits vorab Kontakte geknüpft werden können, die für das Weiterkommen nach dem Abschluss der Ausbildung entscheidend sein können.

Individuelle Betreuung und moderne Ausstattung: Die Betreuung durch Dozenten und andere Lehrkräfte ist individueller und intensiver als an staatlichen Hochschulen; die Hochschulen sind auch materiell besser ausgestattet.

Beschränktes Lehrangebot und gute Organisation: Das Studienangebot ist allerdings gegenüber staatlichen Hochschulen beschränkt, die Organisation ist straff, weshalb sich die Ausbildung auch für ein berufsbegleitendes Studium besonders gut eignet.

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Studieren im Ausland

Ein Auslandsaufenthalt im Rahmen eines Studiums kann sich als wertvolle Ergänzung der Ausbildung erweisen. Zudem ist es bei der späteren Stellensuche von Vorteil, wenn man als Bewerber Auslandserfahrung, in der Regel verbunden mit besseren Sprachkenntnissen, vorweisen kann. Gerade in einem immer mehr zusammenwachsenden Europa und angesichts der Globalisierung wird „Auslandskompetenz“ eine zunehmend wichtigere Rolle spielen. Dementsprechend nutzen immer mehr Studenten die Möglichkeit des Auslandsstudiums.

Als beliebtestes Land gilt nach wie vor Österreich, was zum einen auf die fehlende Sprachbarriere, aber auch darauf zurückzuführen ist, dass Zulassungsbeschränkungen in Fächern wie z.B. Medizin niedriger als in Deutschland sind. Unmittelbar danach kommen die Niederlande, Großbritannien, die Schweiz und die USA. Die meisten Studenten wählen ein EU-Land oder andere europäische Staaten. Ein Auslandssemester ist eine wichtige Erfahrung. Man sollte sich dafür aber nur entscheiden, wenn man selbst an dem jeweiligen Land, seiner Kultur, der Sprache und an den Menschen ernsthaft interessiert ist. Denn nur so ist man in der Lage, das fremde Land und seine Bewohner wirklich lieben zu lernen. Dies wiederum ist Vorausetzung für den Erfolg des Auslandstudiums.

Die Organisation des Auslandstudiums ist bei denjenigen Ländern einfach, mit denen gute Kontakte bestehen, wie in der Regel bei den EU-Staaten und eurropäischen Ländern. Bei anderen Staaten muss die Vorbereitungsphase intensiver sein Auch muss ein Auslandstudium nicht an der Finanzierung scheitern. Es gibt mittlerweile verschiedene Förderprogramme, die bei dem angestrebten Vorhaben unterstützende Hilfestellung geben können. Dies gilt vor allem für das ERASMUS-Programm, dessen Ziel es ist, den Studierendenaustausch im Rahmen von Abkommen der teilnehmenden Hochschulen zu fördern. Dabei werden auch solche Studenten gefördert, die ihr Auslandsstudium umabhängig von Kooperationsverträgen der eigenen Hochschule organisieren. Sinnvoll ist es, sich vorab intensiv hochschulintern zu informieren und sich beraten zu lassen. Auch auf Landes- und Bundesebene existieren Beratungsstellen, die die notwendigen Informationen bereitstellen können.

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Duales Studium in Deutschland

Das Duale Bachelor-Studium ist eine gelungene Kombination aus Theorie und Praxis. Beim ausbildungsintegrierten Dualen Studium wird neben dem Studium eine betriebliche Ausbildung. absolviert. Es handelt sich um ein Hochschulstudium mit fest integrierten Praxisteilen in Unternehmen und stellt damit das Gegenstück zum dualen Ausbildungssystem dar. Der Unterschied gegenüber dem „normalen“ Hochschulstudium besteht in dem größeren Praxisbezug. Aufgrund dieser Gliederung des Studiums wird derAbsolvent auf derm Arbeitsmarkt zu einer begehrten Fachkraft. Man differenziert zwischen vier verschiedenen Formen von dualen Studiengängen, und zwar dem ausbildungsintegrierten Dualen Studium: Neben dem Bachelor-Studium an einer Hochschule oder Berufsakademie wird eine Berufsausbildung in einem Betrieb absolviert, so dass der Absolvent einen Hochschulabschluss und eine abgeschlossene Ausbildung erlangt.


Praxisintegriertes Duales Studium: Neben dem Studium wird ein Langzeitpraktikum in einem oder mehreren Unternehmen absolviert.

Berufsintegriertes Duales Studium: Berufstätige Personen studieren in Teilzeit mit Zustimmung des Arbeitgebers neben der Arbeit in einem Unternehmen.

Berufsbegleitendes Duales Studium: Jemand arbeitet in Vollzeit und absolviert ein Studium. Dazu wird er vom Arbeitgeber zeitweise freigestellt.

Beim ausbildungsintegrierten Dualen Studium wechseln sich Praxisphasen im Betrieb mit Theoriephasen an der Hochschule ab, wobei die Länge der einzelnen Phasen wenige Tage bis max. drei Monate betragen kann. Die Regelstudienzeit beträgt drei Jahre bzw. sechs Semester. Abgeschlossen wird das Studium durch die Bachelor-Prüfung. Diese Form des Studiums gibt es inzwischen für eine Vielzahl von Fächern, vor allem für Studeingänge aus den Bereichen Technik, Wirtschaft und Sozialwesen.

Berufsakademien gelten als Sonderfall des Dualen Studiums. Diese haben sich auf das Duale Studium spezialisiert. Zwar haben sich Berufsakademien mittlerweile als fester Bestandteil des deutschen Bildungssystems etabliert, sie genießen aber in vielen Bundesländern weiterhin eine Art Sonderstatus. Berufsakademien existieren in Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. In einigen Ländern wie Sachsen und Thüringen befinden sich Berufsakademien in staatlicher Trägerschaft. In Hessen, Hamburg, Niedersachsen und in weiteren Bundesländern befinden sich die Berufsakademien dagegen in privater Hand. Sie werden aber staatlich anerkannt. Da die Regeln von Bundesland zu Bundesland verschieden sind, müssen vor Studienbeginn noch umfassende Informationen eingeholt werden.

Neben der staatlichen Anerkennung der Berufsakademie oder Fachhochschule ist auch eine Akkreditierung des Studienganges wichtig. Diese kann als eine Art Gütesiegel angesehen werden. Auch die Berufsakademien haben inzwischen das Bachelor-Master-System eingeführt. Jedoch sind die von Berufsakademien verliehenen Abschlüsse keine akademischen Grade, sie werden aber staatlich anerkannt.

Absolventen dualer Studiengänge sind auf dem Arbeitsmarkt sehr begehrt. Ihnen kommt ihre Praxiserfahrung zugute. Dies gilt nur dann nicht, wenn ein Komkurrent ein Master-Studium oder gar eine Promotion vorweisen kann. Lediglich die Duale Hochschule Baden Württemberg bildet eine Ausnahme. Es handelt sich um einen Zsuammenschluss der Berufsakademien in Baden Württemberg. Die Duale Hochschule Baden Württemberg wird als Hochschule anerkannt. Sie kann daher für ihre dualen Studiengänge akademische Grade verleihen.

Ein Duales Studium erfordert das Vorliegen der allgemeinen Fachhochschulreife. Mit diesem Abschluss erfoglt die Bewerbung bei Unternehmen. Darüber hinaus bietet die Duale Hochschule Baden-Württemberg eine umfangreiche Datenbank mit Unternehmen, die ein entsprechendes Studium anbieten.

Das Duale Studium erfreut sich großer Beliebtheit. Entsprechende Ausbildungsplätze sind daher schwer umkämpft. Oftmals wird ein zusätzlilcher Eignungstest durchgeführt oder es muss ein Assessment-Center durchlaufen werden. Mit einem Ausbildungsvertrag kann die Bewerbung bei einer Hochschule erfolgen, mit der das betreffende Unternehmen zusammenarbeitet.

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